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Hintergründe zu Licht und Gestaltung. Geschrieben für alle, die Räume planen.
Aussenbeleuchtung folgt anderen Regeln als Innenraumlicht. Wetterfestigkeit, Blendung gegenüber Nachbarn, Insektenanziehung und Lichtverschmutzung kommen als Faktoren hinzu, die es im Wohnzimmer nicht gibt. Die erste Entscheidung betrifft deshalb immer die Schutzart: Frei bewitterte Leuchten benötigen mindestens IP44, bei direktem Regen- oder Spritzwasserkontakt IP65. Bodeneinbauleuchten, die begehbar oder befahrbar sind, brauchen zusätzlich eine geprüfte mechanische Belastbarkeit nach IK-Schutzklasse.
Der Aussenbereich lässt sich in vier funktionale Zonen gliedern. Wege und Stufen erhalten niedrig sitzende Wegeleuchten oder in die Stufe integrierte Lichtlinien, die den Boden beleuchten statt der Augen der Gehenden; Blendfreiheit hat hier Priorität vor Lichtstärke. Auf der Terrasse und im Sitzbereich sorgen Wandleuchten, Laternen oder Lichterketten für warmes, indirektes Licht statt eines einzelnen hellen Strahlers, das Ziel ist Atmosphäre, nicht Ausleuchtung wie am Tag. Fassade und Pflanzen profitieren von Akzentlicht mit engem Abstrahlwinkel, sparsam von unten auf einzelne Bäume oder Fassadenelemente gerichtet, sonst wirkt der Garten schnell wie eine Bühne. Am Eingang übernimmt eine hellere, oft bewegungsgesteuerte Sicherheitsbeleuchtung, klar getrennt von der atmosphärischen Beleuchtung.
Bei der Lichtfarbe zahlt sich Warmweiss aus: Licht zwischen 2700 und 3000 K zieht deutlich weniger Insekten an als kaltweisses Licht oder Licht mit hohem Blauanteil. Für den Garten ist das nicht nur eine Stimmungsfrage, sondern ein praktischer Vorteil.
Rücksicht auf Nachbarn und Nachthimmel gehört ebenfalls zur Planung. Lichtverschmutzung ist in der Schweiz zunehmend Thema kommunaler Vorschriften. Leuchten mit definierter Abstrahlung nach unten, vollständig abgeschirmt statt ungerichtete Kugelleuchten, reduzieren Streulicht deutlich und sind vielerorts ohnehin vorgeschrieben.

Das Schlafzimmer hat eine einfachere Ausgangslage als Küche oder Bad, wird aber trotzdem häufig falsch geplant, meist durch zu viel und zu helles Deckenlicht als einzige Quelle. Deckenleuchten, die direkt über dem Bett sitzen, blenden beim Hinlegen und beim morgendlichen Aufwachen. Besser sind Leuchten, die seitlich oder indirekt strahlen.
Drei Lichtquellen reichen meist aus. Nachttisch- oder Wandleuchten beidseits des Betts sollten individuell schaltbar sein, wichtig bei zwei Personen mit unterschiedlichen Schlafenszeiten, und so montiert, dass der Lichtkegel beim Lesen auf das Buch fällt statt ins Gesicht des Partners. Der Kleiderschrank- oder Ankleidebereich braucht separates, helleres Licht mit rund 300 Lux, da hier Farben bei der Kleiderwahl korrekt erkennbar sein müssen. Für den Weg durch den Raum nachts genügt ein stark gedimmtes Grundlicht, idealerweise über einen separaten, niedrig eingestellten Kreis statt der Hauptbeleuchtung.
Bei der Lichtfarbe gilt: so warm wie möglich. 2200 bis 2700 K unterstützt die abendliche Melatoninausschüttung eher als kaltes, blauhaltiges Licht. Wer es sich leisten will, setzt auf dimmbare, warmweiss-tunable Leuchten, die tagsüber neutraler und abends wärmer werden.
Ein oft übersehener Punkt ist die Lichtdichtigkeit von aussen. Die beste Innenraumplanung nützt wenig, wenn Strassenlicht durch die Vorhänge fällt. Verdunkelung gehört als Randbedingung in jede Schlafzimmer-Lichtplanung, auch wenn sie streng genommen keine Beleuchtung ist.

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